




Sieverner Goldfunde
Neben den deutlich sichtbaren Ringwallanlagen Pipinsburg, Heidenschanze und Heidenstadt weisen vier Goldfunde an verschiedenen Orten der Feldmark darauf hin, dass Sievern im 1. Jahrtausend n. Chr. als zentraler Platz eine wirtschaftliche, politische und kulturelle Bedeutung gehabt haben muß.
Ein goldener Halsring und 5 römische Goldmünzen aus dem 5. und 6. Jahrhundert, eine goldene Scheibenfibel aus der ottonischen Zeit (10. Jahrhundert) und besonders die 12 Goldbrakteaten aus dem 6. Jahrhundert.
Diese Goldbrakteaten zählen zu den bedeutendsten Goldfunden im Elbe - Weser - Dreieck.
Die Bezeichnung "Brakteaten" wird aus dem Lateinischen "bractea" = dünnes Metallblech abgeleitet. Es sind kreisrunde, einseitig geprägte Schmuckscheiben. Die Sieverner Brakteaten sind aus purem Gold.
Auf den gefundenen Brakteaten mit einem Durchmesser von 53 bis 25 Millimeter sind Symbole aus der nordischen Sagenwelt zu sehen.
Die 11 Brakteaten, die im Moor hinter der Heidenschanze gefunden wurden, deuten auf ein Halsgebinde hin. Es wird vermutet, dass der Schmuck hier einst versteckt oder als Weihgeschenk für eine Gottheit geopfert wurde.
Der 12., an anderer Stelle in Sievern gefundene Brakteat, kann im Museum der Burg Bederkesa besichtigt werden.

Goldbrakteaten
11 Goldbrakteaten gefunden 1942 im Moor nahe der Heidenschanze von Johann Hoffmann sen. und Sohn Walter (Morgensternmuseum Bremerhaven)
1 Goldbrakteat gefunden von Fredy Müller im Sand einer Rübenmiete (Morgensternmuseum Bremerhaven)

Goldener Halsring
gefunden 1823 im "Mulsumer Moor" zusammen mit 5 römischen Goldmünzen
(Niedersächsisches Landesmuseum, Hannover)

Scheibenfibel
gefunden 1859 nahe der Pipinsburg
(Schwedenspeicher Stade)