




der Wanderweg als Download

Die Pipinsburg gehört zu den herausragenden Denkmalen im Landkreis Cuxhaven. Die Burg liegt am Nordufer des Sieverner Baches, auf der Westspitze einer schmalen Geestzunge. Noch heute umschließt ein bis zu 6 m hoher Ringwall ein Areal von rund 60 m Durchmesser. Das Vorgelände des Geestspornes ist zusätzlich durch Wall und Graben abgesichert, so dass man hier von einer Vorburg sprechen kann.
Keramikfunde von der Burganlage selbst und der Fund einer goldenen Buckelspange mit drei Silbermünzen aus der Zeit Ottos III. (983 – 1002) datieren die erste Erbauung einer Burganlage in die Zeit um 1000 / frühes 11. Jahrhundert. Vieles spricht dafür, dass die Pipinsburg 1343 / 44 von den Herren von Bederkesa gegen die Wurster Friesen nochmals befestigt wurde.
Die Burganlage erhielt ab etwa 1600 ihren Namen „Pipinsburg“, der mit der frühmittelalterlichen Gestalt des Pipin allerdings nicht in Verbindung gebracht werden kann. Woher der Name stammt kann man nicht erklären.

Der Rundweg führt weiter an Grabhügel vorbei, die nach den Funden zu urteilen entweder aus der ausgehenden Jungsteinzeit, dem späten 3. Jahrtausend v. Chr. , oder aus der älteren oder jüngeren Bronzezeit stammen.
Die zum Teil im Wald noch gut erkennbaren und recht eindrucksvollen Grabhügel weisen ausnahmslos die Spuren früherer Grabungen auf, die mit hoher Wahrscheinlichkeit noch vor dem Ersten Weltkrieg stattfanden. Aus diesem Grund sind auch so gut wie keine Fundberichte vorhanden, so dass wir über diese Monumente nur sehr wenig wissen.

Die Ringwallanlage „Heidenschanze“ stammt aus der Zeit zwischen 50 v. Chr. und dem 1. Jahrhundert n. Chr. Sie wird durch einen Innenwall, der eine Fläche von rund 1 ha umschließt, sowie einem Außenwall gebildet. Im Nordwesten ist der Außenring noch zusätzlich durch einen dritten Wall verstärkt, so dass die Anlage insgesamt eine Fläche von etwa 10 ha umfasst.
Nach den Grabungsbefunden (Carl Schuchhard -1908-, Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung, Wilhelmshaven -1958-) bestanden die ehemaligen rund 2 m breiten Wälle aus äußeren Palisaden- und inneren Bohlenwänden, zwischen denen Sand eingestampft wurde. Vorgelagerte Gräben besaßen Breiten von bis zu 5 m. Im Nordosten befand sich die erste Toranlage (Tor I), für die mehrere Bauphasen nachgewiesen werden konnten. Das Tor des Innenwalls im Südwesten (Tor II) war in der Form einer Kammer angelegt, die 4 m x 5 m groß war. Die Grabungsschnitte in Inneren der Wallanlage zeigen deutlich eine Bebauung. Größere Hausreste konnten jedoch nicht erschlossen werden.
Die Lage der Heidenschanze am Schnittpunkt eines Land- und eines Wasserweges, die in nicht geringer Zahl nachgewiesenen Siedlungen auf den Geestgebieten und in der vorgelagerten Marsch legen den Schluss nahe, dass die Heidenschanze als Stapelplatz oder befestigter Markt benutzt worden ist.
Im Bereich der Heidenschanze befindet sich eine kleine Gruppe von großen vorgeschichtlichen Grabhügeln, von denen zwei innerhalb des Innenwalls liegen und die übrigen sich bis in das Vorgelände der Befestigung erstrecken.

Die Heidenstadt ist ebenso wie die Heidenschanze eine Ringwallanlage, allerdings mit einem Durchmesser von 220 m, bzw. 180 m, damit größer als die Heidenschanze. Der etwa 8 m breite Wall wurde innen durch eine Versteifung oder Palisade verstärkt und besaß außen zwei kleine Gräben. Es war wieder Carl Schuchardt, der erste Ausgrabungen an dieser Anlage durchführte, wobei er sich auf Untersuchungen der Wallstruktur und des Tores beschränkte. Er ging davon aus, dass es sich bei der Heidenstadt um eine sächsische Volksburg handelte. Neue Untersuchungen haben aber gezeigt, dass die Anfänge der Gesamtanlage bereits in die 2. Hälfte des 1. Jahrhundert v. Chr. bis in das 1. Jahrhundert n. Chr. datiert werden konnte, die Konstruktion und Besiedlung folglich zur selben Zeit wie bei der Heidenschanze erfolgt ist. Im Gegensatz zur Heidenschanze kann man aber davon ausgehen, dass die Heidenstadt noch einmal im 4. / 5. Jahrhundert genutzt worden ist.
Beide befestigten Anlagen liegen an wichtigen alten Verkehrswegen und in einem Gebiet, in dem zahlreiche Siedlungen des 1. - 5. Jahrhundert nachgewiesen sind. Zusätzlich konnten in unmittelbarer Nähe Ackerflure dieser Zeit belegt werden, die man als „celtic fields“ bezeichnet.

Das Bülzenbett ist eine der monumentalen Grabanlagen, die der ältesten bäuerlichen Kultur im norddeutschen Flachland, der Trichterbecherkultur, zugeschrieben werden kann (3. Jahrtausend v. Chr.). Von der Grabkammer sind noch neun Tragsteine (ehemals zehn) und drei Decksteine erhalten. Der mittlere Deckstein ist gesprengt und teilweise in den Innenraum gestürzt. Bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhundert wurden solche Gräber zur Steingewinnung genutzt. Davon zeugen die noch erkennbaren Keillöcher, die für die geplante Sprengung des Decksteines angebracht worden sind. Eine umfassende Ausgrabung dieses Großsteingrabes in seiner Steinumfassung fand bis heute nicht statt. Als die archäologische Denkmalspflege des Landkreises Cuxhaven im Sommer 1970 die Gesamtanlage wieder in einem besichtigungswürdigen Zustand versetzte, wurde lediglich die Umfassungssteine des trapezförmigen Hünenbettes wieder aufgerichtet.
Einzelne Scherben, die sich heute im Museum Burg Bederkesa des Landkreises Cuxhaven befinden, zeigen, dass die Grabanlage nicht nur während der Zeit ihrer Errichtung, der sog. Trichterbecherkultur (3. Jahrtausend v. Chr.), sondern auch von einer der nachfolgenden jungsteinzeitlichen Kulturen, der sog. Glockenbecherkultur, als Bestattungsplatz genutzt wurde.
